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zurück zur Übersicht 12.07.2016

After the Flag - Part 4 (04/05.06.) 4. Lauf DLC in Assen TT

Es begann alles sehr friedlich mit unserem Qualifying am Samstag, wo dieses Mal ein anderes Gesicht mit von der Partie war, als es bisher mit Rene.

"Mein lieber Herr Gesangsverein, ich will jetzt nach Hause“, schallte es auf einmal nur kurz in meinen Hirnwindungen.
25Minuten später, kam dann eine Stimme nach oben und sagte so etwas wie: „Dreh doch einfach die Uhr 2 Wochen nach vorne“.
Weitere 45Min verflossene Zeit kam dann auch noch Spocky nach oben und ich wollte nur noch „weggebeamt“ werden.
Roland Tapor schrieb einmal in seinem Buch „Die Memoiren eines alten Arschloch“, daß die Talente für die bildenden Künste des Hauptdarstellers sich bereits in seiner frühsten Kindheit zeigten, aber ich bin mir sehr sicher, das auch seine Vorstellungskraft an dem Nachmittag vor 8 Tagen in Holland seine Grenzen erreicht hätte.

Was war das für ein Tag!?! Ich muss dabei an einen alten Spruch eines Freundes denken, der immer sagte." Junge, es scheint nicht nur immer die Sonne im Leben“. Wie recht er doch hat!

Es begann alles sehr friedlich mit unserem Qualifying am Samstag, wo dieses Mal ein anderes Gesicht mit von der Partie war, als es bisher mit Rene. Dirk Schnieders, ein durchaus bekanntes Gesicht in der Rennszene, sollte uns an diesem Wochenende begleiten. Der Conti-Testfahrer und FastBike Spezialist, hatte die große Aufgabe, sich mal Mme F3 800 richtig zur Brust zu nehmen und sich ein eigenes Bild über unsere Italo-Dame zumachen. Die Arbeit begann professionell und so wurden fahrwerksspezifische Werte ausgeklügelt und aufgeschrieben. Wir verfolgten eine klare Strategie im Qualifying und wollten so viele verschiedene Sachen, wie nur möglich ausprobieren.
Nach einer kleinen Kupplungs-Hürde, konnten sich alle Fahrer etwas auf den veränderten AssenTT Kurs einspielen und brachten es auf einen soliden, elften Gesamtplatz für den Start am Folgetag. Alle Details wurde für dem nächsten Tag besprochen, Wünsche geäußert, die Wechsel programmiert, sortiert, aufgestellt, überprüft und den Transponder wurde nicht vergessen, an das Startbike zu montieren. Mit anderen Worten: Checkliste abgearbeitet !!!

Da es am Sunny-Sunday, bei gefühlten 28 Grad, erst um 14:20h losging, hatten wir genügend Zeit alles notwendige, wie zum Beispiel Sprit holen, zu erledigen. Warum sage ich das jetzt so ? Abwarten...
Wir waren bereit und ich hielt die MV für Dirk auf Linie, während er lossprintete, sich grazil auf das Moped setzte und aufdrehte. Alles von außen erschien solide und nach den ersten 4 Runden der präzisen Beobachtung, hatte wir ein gutes Gefühl, das wir richtig gut unterwegs sein könnten.
Dann ging es Schlag auf Schlag und verzeiht mir bitte, das ich jetzt nicht jedes Details einzeln auflisten will, weil so viele verschiedene Emotionen kann kein Mensch vertragen. Dirk kam nach 6 Runden überraschend in die Box und hatte das Gefühl einer nicht greifenden Kupplung, welche sich bereits am Vortag beim Training einmal ankündigte. Es war anscheinend nur kurzfristig, während einer Runde aufgetreten, aber das unsichere Gefühl, etwas könnte nicht richtig sein, ließ uns keine Wahl, als die MV in die Box zu fahren und Timmy Stadtmüller musste vorzeitig auf die holländische Piste.
Er spulte ein solides Programm ab, während Klaus und Patrick versuchten der Sache auf den Grund zu gehen, was wohl nicht i.O. sei. Etwas verfrüht signalisiert Thomas Kirchner an der Boxenmauer, das Timmy in der nächste Runde in die Box kommt, was wiederum weitere Frage aufwarf, da der Tank noch nicht leer sein konnte. Ich machte mich also bereit und stand in den Startlöcher, heiß wie Nachbars Lumpy, um aufzuholen, was aufzuholen ging. Die Karre gestartet, ging das Mäuschen nach kurzer Zeit sofort wieder aus. 14 Versuche die MV zu starten scheiterten und die Köpfe waren unfassbar enttäuscht. Was passiert hier gerade?
Inhaber von Bretters Zweiradshop Klausi reagierte und holte einfach mal die Brechstange raus. Da wir nicht wussten, ob das Pressebike tatsächlich etwas mit der Kupplung hatte, oder nicht, hatte ich das Find it Out-Kärtchen gezogen und fuhr mit kalten Reifen aus der Box, da wir nicht damit rechneten mit dem Bike noch an dem Tag zu fahren. Da jedoch Tims Bike auch einen Defekt zu haben schien, blieb uns einfach keine Wahl.
Ich, mit dem Ding raus, 3 Runden piano und danach war Kabelziehen angesagt. Runde für Runde kam ich gut ins Geschäft und schaffte es den gesamten Tank leer zu fahren, um Tim für den nächsten Turn das gleiche Bike abzuliefern. Ein Bike nur noch da, hieß auftanken, Hinterreifen wechseln und raus mit dir Bub. Das machte er auch wieder zuverlässig, während ich Klaus überreden konnte, einem Gefühl nachzugehen und den Tank von Tims parkendem Bike, an meine matte MV umzuschrauben. Warum?
Weil die nähere Betrachtung beim betanken meiner MV vor dem Start etwas seltsames zum Vorschein brachte. Das von der Streckentankstelle abgezapfte Super Plus, welches ich wie gesagt gegen Mittag mit Chefmechaniker Klausi selbst geholt hatte, sah bei einfüllen etwas trüb und milchig aus, worauf ich zu Klaus sagte: „Sag mal Keule, findest du auch, die Suppe sieht etwas komisch aus hier in Holland? Er erwiderte etwas durchaus logisches, mit dem Hinweis, das die Farben nicht überall gleich sind, was auch zu 100% stimmt.
Was tun Menschen in so einem Fall ? Sie überwinden die Intuition mit der Rationalität. Diese sollte uns zum Verhängnis werden, da der Wechsel des Tankes, tatsächlich die Diagnose „Schlechter Sprit“ hervorbrachte. Ja wirklich, ich lüge euch nicht an. Es lag an der scheiss Plörre, die wir getankt hatten. Unvorstellbar - noch nie erlebt sowas!
Als Timmy wieder in die Box kam, schilderte er ein Kupplungsproblem und damit unseren Abschied vom heutigen Podium. Ich fuhr auf meiner matten Dame, mit Tims Tank raus und fuhr nochmals 1,5sek. schneller als den Turn zuvor. Einige Veränderung in der Geometrie hatte absolute Wirkung gezeigt. Wir hatten also alle ein tolles Tempo, aber leider sehr viel Pech. Schlussendlich brachte es nach erneutem Wechsel, mit rutschender Kupplung und geringem Vortrieb, irgendwie ins Ziel, weil wir natürlich ehrenvoll die Sache beenden wollten.
Alle haben wirklich ihr Bestes gegeben und alles mögliche versucht, aber es sollte dieses Wochenende einfach nicht sein. Ganz besonderer Dank an dieser Stelle geht am Patrick Faros, welcher 3 Liter Wasser geschwitzt und 17 Tode gestorben ist. Toller Einsatz…

Tja Freunde, das gehört genauso zu unserem Sport, wie das Gewinnen und erfolgreich sein. Ich habe mir extra eine Woche Zeit mit unserer Berichterstattung gelassen, um etwas zu verdauen, damit ruhiger zu werden und sehr positiv in die Zukunft zu schauen. Alles ist gut und weiter gehts. Oder wie wir heutzutage sagen: "Nichts los Digga…!“. Es bleibt spannend in der Liga und der Sachsenring warte Anfang Juli auf uns.

Mehr zum Team hier:

Quelle: Viessmann Bretter Racing Team
 

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